Mitglieder News Kärntner Bergwanderführer ebnen die Wege für Alle
INKLUSION UND DIVERSITY AM BERG – WEGE FÜR ALLE
Fortbildung der Kärntner Bergwanderführer widmete sich erstmals einem neuen und gesellschaftlich bedeutenden Themenfeld.
Normalerweise stehen bei den regelmäßigen Fortbildungen der Kärntner Bergwanderführer technische Fertigkeiten, Wetterkunde, alpine Sicherheit und viele weitere fachliche Raffinessen im Mittelpunkt. Nun öffnete sich der Verein erstmals bewusst einem ganz neuen Thema: Inklusion und Diversity am Berg.
Unter dem Titel „Wege für Alle“ fand am Dobratsch eine außergewöhnliche Weiterbildung statt, die den Blick vieler Teilnehmerinnen und Teilnehmer weit über den klassischen Bergsport hinaus öffnete. Denn Wege für alle bedeutet tatsächlich: für alle.
Kaum jemand denkt daran, dass auch Menschen im Rollstuhl oder blinde Menschen eine tiefe Sehnsucht nach Bergerlebnissen haben. Dabei können gerade Natur und Berge Kraft, Freiheit und Lebensqualität schenken. Zwar sind nicht alle Wanderwege barrierefrei, doch es gibt mittlerweile zahlreiche Hilfsmittel und technische Lösungen, die gemeinsame Bergerlebnisse ermöglichen.
David Kosche, Bergwanderführer und Koordinator für barrierefreie Wanderwege und Hütten, präsentierte den 17 teilnehmenden BergwanderführerInnen unterschiedlichste Möglichkeiten für inklusives Wandern. Vorgestellt wurden unter anderem Geräte wie die “Joëllette” eine Einradsänfte, ein „Freewheel“ für Rollstühle oder ein sogenannter „Swiss-Trac“, eine elektrische Zugmaschine für Rollstühle für barrierefreie Wanderungen. Die TeilnehmerInnen konnten die Hilfsmittel nicht nur kennenlernen, sondern auch selbst ausprobieren.
Mit „Wege für Alle“ erweitert David Kosche gemeinsam mit den Kärntner Bergwanderführern das Spektrum dessen, was Bergerlebnisse bedeuten können. Selbst gemeinsames Wandern mit blinden Menschen ist möglich – und es gibt bereits erfolgreiche Erfahrungen dazu.
Am Nachmittag wurde die Fortbildung mit einem anderen perspektivenerweiternden Thema fortgesetzt. Elke Müllegger sowie Mika Palmisano widmeten sich den Themen Diversity und gesellschaftlicher Vielfalt am Berg.
Im Rahmen einer gemeinsamen – ebenfalls barrierefreien – Wanderung wurden Fragen rund um Geschlechtlichkeit, Identität, Zugehörigkeit und Ausgrenzung diskutiert. Dabei ging es nicht nur um Theorie, sondern auch um persönliche Erfahrungen, Perspektivenwechsel und die Frage, wie offen und zugänglich Bergerlebnisse tatsächlich gestaltet werden können.
Die Fortbildung zeigte eindrucksvoll: Berge kennen keine Herkunft, kein Geschlecht und keine Grenzen. Sie sind ein Ort der Begegnung, der Freiheit und des gemeinsamen Unterwegsseins. Denn am Ende gehört das Gefühl, auf einem Gipfel zu stehen, nicht wenigen Privilegierten – sondern allen Menschen, die die Sehnsucht nach Weite im Herzen tragen.
Text: Claudia Lux
Fotos: René Camaur
SAVE the DATE: Vernetzungstreffen “Inklusives Wandern in Kärnten” für alle Interessierten und Mitdenker. Am 20. Juni 2026, 9:30 Uhr Bios Nationalparkzentrum Mallnitz.
Anmeldung im Vereinsbüro: Tel: +43 699 1166 1122